Warum ist eine Brunnenregenerierung erforderlich?
Jeder Brunnen altert. Dieser Prozess ist nicht aufzuhalten, lediglich verzögern
lässt er sich durch eine regelmäßige Inspektion. Im Folgenden ist verständlich,
warum eine Regenerierung unumgänglich ist:
Ein Brunnenbauwerk besteht aus drei wesentlichen Bauteilen: Bohrloch, Brunnenausbaurohr und dem Stützkies, der sich im Ringraum zwischen dem Ausbaurohr und der Bohrlochwand befindet. Obwohl aus Brunnen überwiegend kristallklares Wasser gepumpt wird, finden in der Tiefe Vorgänge statt, die einen am Anfang nicht messbaren, später immer stärker werdenden Leistungsabfall des Brunnens verursachen. Diese Vorgänge werden als "Brunnenalterung" bezeichnet. Durch das Absenken des Grundwasserspiegels im Brunnen entstehen starke Fließbewegungen im Untergrund. Zusätzlich wird Luft/Sauerstoff in normalerweise wassergesättigte Bodenschichten gesaugt. Im Prinzip findet durch Oxidation eine Veränderung des Rohwassers im Brunnen statt, d.h. es flocken, wie bei der Wasseraufbereitung ursprünglich unsichtbare, im Wasser gelöste Mineralien aus. Diese Ausfällungen verschließen zuerst die Filterschlitze, dann den Porenraum des Kieses und vereinzelt auch den Grundwasserleiter. Allgemein können auch Versandung, Korrosion, Versinterung und Verschleimung eine Brunnenalterung hervorrufen bzw. sogar verstärken, insbesondere wenn weiche Ablagerungen mit der Zeit verhärten (vererzen).
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Brunnenregenerierung?
Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Brunnenregenerierung ist, den
richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Jeder Brunnen hat eine eigene
Alterungscharakteristik. Deshalb können keine Faustformeln genannt werden.
Zur exakten Festlegung des Regenerierungszeitpunkts müssen grundsätzlich
alle üblicherweise messbaren Parameter unbedingt regelmäßig erfasst und
möglichst grafisch aufgetragen werden. Dadurch gewinnt man beispielsweise
folgende Informationen:
- Der Ruhewasserspiegel gibt Hinweise auf den Wasserandrang im Untergrund, d. h. ein ständig sinkender Wasserspiegel bedeutet eine Übernutzung des Brunnens, die auch durch die beste Regenerierung nicht behoben werden kann.
- Der abgesenkte (Betriebs-)Wasserspiegel gibt im Vergleich mit der geförderten Wassermenge Hinweise auf eine Verstopfung der Wasserwege. Ist in der Kiesschüttung ein Peilrohr vorhanden, so kann dies durch Vergleich der Wasserspiegel innerhalb und außerhalb der Brunnenverrohrung bestätigt werden.
- Der Vergleich von Fördermenge und Laufzeit der Unterwasserpumpe mit Einbeziehung des Betriebswasserspiegels gibt wertvolle Hinweise auf den Zustand der Unterwasserpumpe und auf evtl. Undichtheiten der Steigleitung.
- Bei Entnahme einer 10 l-Wasserprobe während des Pumpbetriebs können u. U. enthaltene Sand-, Kies-, Metall- bzw. Kunststoffpartikel auf einen Schaden an der Wassergewinnungsanlage aufmerksam machen. Bei der Entnahme der Probe in der Brunnenstube fallen auch unnormale Laufgeräusche der Pumpe sofort auf.
- Regelmäßige Brunnenuntersuchung mittels Unterwasserkamera in Intervallen zwischen 5 und max. 10 Jahren. Siehe Brunnenservice
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