Einlaufbauwerk in Fürth vor Fertigstellung

Renaturierung und Gutes nicht nur für die Fische: Ein Einlaufbauwerk mit Hochwasserschutzblende westlich der Stadt Fürth wird den flussaufwärts strebenden Fischbeständen verbesserte Lebens- und Laichbedingungen gewähren. Das Unternehmen der OCHS Gruppe, Nürnberg, setzte unter der Baustellenleitung von Schachtmeister Dieter Boss drei Betonelemente ein, von denen das mittlere in den nächsten Tagen mit einer so genannten „Nadelwehr“ versehen wird. Grundsätzlich ist das Einlaufbauwerk wasserdicht und geschlossen. Je nach Bedarf aber kann es auch geöffnet werden – und zwar sehr kontrolliert.
Neue naturnahe Variante in Fürth
Warum? Je nach Fluss-Wassermenge werden üblicherweise so viele horizontale Querbalken aus einer Stauwand entfernt, bis der Wasserspiegel reguliert ist – diese „normale“ Methode verhindert allerdings bei hohem Wasserstand, dass Fische, die von Natur aus in den oberen Wasserschichten schwimmen, die Stauwand überqueren können.
In Fürth wird eine andere ökologisch sinnvolle Variante gebaut: Hier sind die hölzernen Staubalken senkrecht angeordnet, in Form sehr schmaler, so genannter Wehrbalken. Diese können je nach Bedarf per Hand herausgezogen werden, so dass ein Durchlass vom Fluss in den Überlaufgraben in vertikaler Gesamthöhe gegeben ist. Die Folge: Fische sowohl tieferer als auch höherer Wasserschichten kommen durch die Lücke.
Ist der Deich zwischen Einlaufbauwerk und Fluss erst einmal entfernt – etwa in drei Wochen –, durchquert das Flusswasser das Stauwehr und strömt genau dosiert in den westlich gelegenen, flachen Scherbsgraben. Vorgesehen ist, so Dieter Boss, dass aus der Rednitz rund 600 Liter/sec in diesen Graben überfließen.
Naturnahe Gestaltung und Strömungsberuhigung
Damit dort zum einen ein Höhenunterschied ausgeglichen wird und zum anderen die Fließgeschwindigkeit nicht zu hoch ist – die Fische also flussaufwärts gegen seine Richtung anschwimmen können –, werden fünf Überlaufschwellen à rund 20 Zentimeter Höhe eingerichtet. Sie dienen als Strömungsbremsen.
Die Aue am natürlich gewundenen Scherbsgraben wird von OCHS gleichermaßen gestaltet; alles in allem soll die Maßnahme etwa binnen sechs Wochen abgeschlossen sein.