Abwasserschächte außerhalb des erweiterten Messe-Gebäudes

(Nürnberg). Die Nürnberger OCHS-Gruppe hat im Auftrag der NürnbergMesse bisherige unterirdische Abwasser-Hebeanlagen – diese befanden sich vor dem Congress Center CCN Mitte – versetzt. Zwei neue Schächte wurden neben den Hallen 1 und 9 gesetzt; es entstanden je 8,5 Meter tiefe Gruben.

Die NürnbergMesse will eine ihrer Ausstellungshallen vergrößern. Dort sind nun zwei Abwasser-Hebeanlage im Weg, die sich bei der geplanten Erweiterung unter der Halle befinden würden. Die OCHS Rohrleitungsbau GmbH hat den Auftrag, in einer Entfernung von 65 Metern zwei neue Hebeanlagen im Innenhof zwischen den Hallen 1 und 9 zu setzen. Dazu waren zwei 8,5 Meter tiefe Gruben zu errichten – ab 6 Meter Tiefe beginnen Felsgestein und Grundwasser. Doch das ist für die Spezialisten von OCHS nur scheinbar ein Hindernis.

Die Herausforderung, erklärt Schachtmeister Dieter Boss, sei die Verbindung der alten, abzubrechenden Schächte, wo ja weiterhin das Abwasser anfällt, zu den neuen Schächten in einer Tiefe von 8 Metern. Dazu bedienen sich die Tiefbauspezialisten des gesteuerten Horizontal-Spülbohrverfahrens. Bereits 70 Meter vor den eigentlichen Startschächten treibt das Bohrgerät den gesteuerten Bohrkopf auf einer Parabelbahn in das Erdreich, so dass dieser am Beginn der Hauptbohrung die geplante Tiefe erreicht hat. Nun wird die Bohrung horizontal bis zu den alten Schächten fortgesetzt.

Diese Hauptbohrung – sowohl im Fels als auch im Grundwasser gelegen – ist deshalb so heikel und eine Herausforderung für Bohrgeräteführer Bernd Weihrauch und seinen Assistenten Jan Schmiedgen, weil als Ergebnis ein so genannter Freispiegelkanal entstehen soll. Um einen richtigen Wasserfluss zu garantieren, muss das Gefälle exakt 2 bis 3% aufweisen.

Wenn der Bohrkopf in der jeweiligen Zielgrube angekommen ist, muss das von ihm erzeugte Bohrloch auf DN 300 (das sind 30 cm) aufgeweitet werden. Dies geschieht dadurch, dass das Bohrgestänge mit einem so genannten Räumer von der Bohranlage bis zum Startschacht zurückgezogen wird. Erst dann kann nach einem erneuten Richtungswechsel das Rohr in einem Stück eingezogen werden und alten mit neuem Schacht verbinden. Eine der beiden Verbindungen wurde bereits fertig gestellt, so dass in der südlichen, vor der Halle 1 gelegenen Startgrube ein neuer Fertigteilschacht – ein 2x3 Meter großer Betonkubus, der später die Hebeanlage aufnehmen wird – eingesetzt werden konnte. Auch die Anlieferung des Fertigteilschachtes durch die Verbindungsgänge der Messehallen in den Innenhof war Maßarbeit. Zwei neue Schächte

Wenn auch die zweite Bohrung erfolgreich beendet und das Kanalrohr dort eingezogen ist, kann der zweite Schacht vor der Halle 9 gesetzt werden. Bauleiterin Marie Kroiss zeigte sich mit den bisherigen Arbeiten sehr zufrieden: „Wir haben den Zeitplan prima einhalten können. Sowohl die Anlieferung der beiden neuen Schachtanlagen und deren Einbau, als auch die sensiblen Rohreinzüge haben reibungslos funktioniert.“

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