Schule an Fernwärme angeschlossen

(Nürnberg/Bretten). Die OCHS Bohr GmbH, Nürnberg, schloss im Juni 2009 in Bretten (bei Pforzheim) das Melanchton-Gymnasium an die lokale Fernwärmeversorgung an. Eine offene Verlegung war vor Ort allerdings nicht möglich – eine spezielle Zugvorrichtung musste von OCHS konzipiert werden.

Ein Trassen-Teilstück von ca. 70 m führte an einem Bach entlang, wo die Bebauung bis unmittelbar an das Ufer reichte. Eine offene Verlegung schied damit aus; als wirtschaftlichstes Verfahren wurde eine Spülbohrung erwogen. Zunächst war zu klären, ob eine direkte Verlegung eines flexiblen Fernwärmerohres – d.h. ohne Schutzrohr – möglich sei (Fernwärmerohre sind nicht für eine Spülbohrverlegung konstruiert, da sie nur begrenzt Zugkräfte aufnehmen können und auf Grund des dünnen PE-LD-Außenmantels bei steinigen Untergrundverhältnissen schnell „verletzbar“ sind). „Eine Nachfrage beim Tiefbauamt ergab feinkörnige, gut spülbare Böden, die eine Verriefung und somit Beschädigung des Rohres nahezu ausschlossen“, erklärt Bauleiter Olaf Rauschenbach.

Bliebe noch die Frage, wie die Gesamtkonstruktion das Rohres, bestehend aus einem PEX–Innenrohr, einer PU-Schaumdämmschicht und einem dünnen PE-LD-Außenmantel durch eine geeignete Zugvorrichtung genutzt werden kann.

Die Herstellerfirma Isoplus gab entsprechende Hinweise, die Werkstatt von OCHS setzte eine geeignete Ziehvorrichtung in die Tat um: eine, die sowohl die Zugkräfte gleichmäßig verteilt und das Rohr schützt. Unter diesen Vorraussetzungen konnte auf ein zusätzliches Schutzrohr zur Aufnahme des Fernwärmerohres verzichtet werden.

Die innerhalb von drei Stunden durchgeführte Pilotbohrung bestätigte die guten Bodenverhältnisse. Eine Autowerkstatt wurde mit einem entsprechend großen Abstand unterquert, um Kollisionen mit den Fundamenten zu vermeiden.

Anschließend wurde die Bohrung in mehreren Arbeitsschritten aufgeweitet und soweit gesäubert, dass ein reibungsloser Einzug zweier flexibler Fernwärmerohre DA 160 mm, zweier Schutzrohre DA 63 mm und eines Schutzrohres DA 125 mm möglich war. Die Einzugskräfte des Rohrbündels lagen mit max. 12 kN sicher unter der vom Hersteller angegebenen Grenze von 14 kN je Fernwärmerohr. Die Baustelle konnte inklusive der aufwändigen Rohrbefestigungsarbeiten in zweieinhalb Tagen zur Zufriedenheit des Auftraggebers abgeschlossen werden.

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