Zügige Hausanschlüsse mit neuem Bohr-Gerät

(Nürnberg). Halbe Zeit, halbe Kosten: Die OCHS Rohrleitungsbau GmbH investierte in ein neues Hausanschluss-Bohrgerät und kann mit diesem deutlich schneller und effizienter Gebäude ans Rohrleitungsnetz anschließen. Die Kosten für das moderne Gerät: eine fast sechsstellige Summe.

„Unsere Investition in den Maschinenpark und zwei speziell geschulte Mitarbeiter lohnt sich auch für Bauherren und Hausbesitzer“, erklärt Bauleiter Andreas Nitsche und weist auf das, in Bayern relativ seltene Bohrgerät für Rohre mit einem Durchmesser von 25 bis 200 Millimeter und einer Bohrstrecke von 10 bis etwa 70 Meter.

Sei es für Kabelschutzrohre, Gas-, Wasser- oder Kanalleitungen – die entsprechenden Rohrstrecken zu bohren, dauert, bezogen auf das ganze Bauprojekt, „nur rund 40% der Zeit, die man braucht, wenn man, wie früher, die Gruben und die Leitungsstrecke konventionell graben müsste,“ sagt Nitsche.

Bei innerstädtischen Hausanschlüssen können im übrigen, erklärt der Bauleiter, „bekannte querende Leitungen einfach unterbohrt werden; damit entfällt dann auch der Rohrgraben mit dem aufwändigen Verbau.“

Das Prinzip der Rohrverlegung ist simpel: Es gibt eine 2 mal 2 Meter große Startgrube, die – je nach Medium – entsprechend tief ausgehoben wird. In diese Startgrube wird die 500 Kilo schwere Bohr-Grundlafette herabgelassen und justiert. Mittels eines variablen Bohrgestänges – eine Stange ist rund 70 cm lang – leistet das Gerät einen punktgenauen Vorschub bis zur Zielgrube, in der der abgeschrägte Bohrkopf wieder austritt.

Die exakte Steuerung des Bohrvorganges erfolgt über ein Ortungssystem, also einen Sender im Bohrkopf, der dezimetergenau mitteilt, in welcher Höhe- bzw. Seitenlage sich die Bohrspitze befindet.

In der wesentlich kleineren Zielgrube wird an der, wieder zu Tage getretenen Bohrspitze das zu verlegende Mediumrohr eingehakt. Dieses wird dann rückwärts in die Startgrube zurückgezogen (s.Foto auf der Homepage). Fertig ist die neue Rohrleitung.

Auf diese Weise entstehen kürzeste Verbindungen zwischen Start und Ziel; auch ein Bohren „um die Kurve“ ist heutzutage möglich. Muss die Rohrleitung durch sandigen Untergrund, wird dieser bereits beim Bohren durch eine ausgesprühte Stabilisierungsflüssigkeit namens „Bentonit“ verfestigt – und rutscht beim Herausziehen des Bohrgestänges nicht mehr nach.

Andreas Nitsche ist vom flexiblen, beinahe schmutzfreien Verfahren begeistert: „Um Hausanschlüsse kostengünstig zu verlegen, muss man nicht baggern und den Boden aufreißen; es gibt keinen Aushub und die Oberfläche bleibt bis auf Start- und Zielgrube unberührt. Da gibt´s keine tagelangen Rohrgräben mit Oberflächenaufbrüchen und keinen umgeleiteten Straßenverkehr. Selbst die Anwohner bekommen vom Bohrvorgang kaum etwas mit.“

Die bislang längste Bohrdistanz, die das neue System für OCHS leisten musste, waren (mit PE HD-Rohr DA 63 mm) rund 50 Meter. Nitsche: „Wir wissen, dass die Maschine – abhängig vom Baugrund – noch wesentlich längere Strecken schafft.“ Beispiel: Ein Wasserhausanschluss (DA 40 mm) mit einer Gesamtlänge von 17 Metern bedingt, laut OCHS-Bauleiter, etwa zwei bis vier Stunden Aufwand (ohne Start- und Zielgrube).

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