(Nürnberg). Bis November 2017 erhält Altdorf im Norden seines Stadtgebietes neue abwassertechnische Bauwerke. Die beauftragte OCHS Rohrleitungsbau GmbH, Nürnberg, hatte bereits 2016 das Regenrückhaltebecken „Hundsweiher“ (samt Sonderbauwerken) in einem ersten Bauabschnitt im Norden des Baufeldes errichtet.

 Binnen gut sieben Monaten (bis Ende 2017) wird nunmehr ein zweiter Bauabschnitt – angrenzend zum Wellitzleithener Weg und am oberen Wasserlauf des Bockgrabens – fertiggestellt. Eine Herausforderung für Planung und Bauen: Bei gar nicht mehr so unwahrscheinlichen Starkregenereignissen können durch den bestehenden Kanal, welcher durch das Baufeld verläuft, bis zu 2.000 Liter/s abfließen. „Im Vorfeld“, erklärt OCHS-Bauleiter Alexander Rotter, „wurde deshalb ein offener Flutgraben erstellt. Den haben wir provisorisch an den bestehenden Kanal und den Bockgraben angebunden; dadurch konnte der bestehende DN 1100 Kanal rückgebaut werden.“

Ein Novum in der OCHS-Firmengeschichte war bei der Baumaßnahme ein Flüssigboden-System, das alternativ zur ausgeschriebenen, rückverankerten Trägerbohlenwand eingesetzt wurde. Hier wurde der Aushub auf der Baustelle zu Flüssigboden verarbeitet und wieder als Verbau und Abdichtungswand eingesetzt.

Für die so genannte „Schwergewichtswand“ mussten zusätzlich Stahlträger zur Versteifung verwendet werden. „Das Ganze“, so Polier Markus Lehnert, „funktionierte viel zeitsparender, und wir konnten den Aushub vor Ort wiederverwenden.“ Nachdem die Schwergewichtswand ausgehärtet war, konnte die riesige Baugrube für ein neues Regenüberlaufbecken ausgehoben werden. 8 Meter lange Mikropfähle mussten in den Felsuntergrund gebohrt werden, um die spätere Beckenmittelwand zu verankern – der Grund ist, dass das Rückhaltebecken eine enorm große Spannweite hat.Der OCHS-Nachunternehmer Raab aus Ebensfeld erstellte anschießend das Regenüberlaufbecken (RÜB) in Ortbetonbauweise. Für dessen Volumen von 1.200 Kubikmetern mussten fast 600 Kubikmeter Stahl- und 100 Kubikmeter Gefällbeton eingegossen werden.

In Fertigteilbauweise werden danach ein Mönchsbauwerk gesetzt, die Ablaufkanäle DN 800 bis DN1300 erstellt. Diese gewährleisten im späteren Betrieb einen sicheren Abfluss aus dem Überlaufbecken. Ein Zulaufkanal (DN 1600 mit rund 40 Meter Länge) sowie ein so genannter Energievernichtungsschacht – bestehend aus einem Betonfertigteil von 55 Tonnen Gewicht − werden verlegt und an die bestehende Leitung DN 1100 und somit an das Regenüberlaufbecken angeschlossen.

Sobald nach Ausführung der Maschinen- und Elektrotechnik das RÜB funktionsfähig ist und das Abwasser über einen zusätzlichen Ablaufkanal DN 500 in das bereits bestehende Regenrückhaltebecken (RRB) eingeleitet wird, kann das neue, zusätzlich benötigte Rückhaltebecken erstellt werden. Dafür sind 6.500 Kubikmeter Erdarbeiten nötig, und es werden auf einer Fläche von 3.500 Quadratmeter Wasserbausteine eingebaut.

Eine weitere Besonderheit ist hierbei der Einsatz des Flüssigbodens als Schlitzwand rund um das spätere Auffangbecken. Die Schlitzwand ist von Geländeoberkante bis in den Felshorizont eingebracht und dient künftig als Dichtebene; dadurch können Drainage und Bodenabdichtung entfallen. Zu guter Letzt sagt Alexander Rotter noch, „werden die Betriebs- und Wirtschaftswege angelegt und auch die Außenflächen attraktiv gestaltet.“