Nürnberger „Brezenbude“ ist jetzt am Netz

Nürnberger „Brezenbude“ ist jetzt am Netz

(Nürnberg). Im Auftrag der Brezen-Kolb GmbH schloss OCHS Rohrleitungsbau im August 2018 die „Brezenbude“ in der Breiten Gasse in Nürnberg − als erste von dreien − an das Wasser- und Kanalnetz an. Nötig wurde dies aufgrund der Herstellung neuer Brezen-Angebote.

Wer kennt sie nicht, diese kleinen, auf die Innenstadt verteilten und zu einer Institution gewordenen Brezen-Häuschen, an denen viele Nürnberger schon in ihrer Kindheit Backwaren erstanden haben. Doch auch solch traditionelle Einrichtungen sind vor Veränderungen und Modernisierungen nicht gefeit. Haben die Betreiber dieser Stände in früheren Zeiten lediglich „pure“ Brezen verkauft, so ist heute die Auswahl belegter Brezen mit Frischkäse über Salami bis Camembert – um nur ein paar Varianten zu nennen − ungleich größer. Dies führt allerdings, aufgrund der Produktion von nun fetthaltigen Abwässern und entsprechenden Hygienevorschriften, zur städtischen Auflage, die Brezen-Häuser mit Hausanschlüssen für Wasser und Abwasser auszustatten.

Dazu wurde die Bude in der Nürnberger Altstadt zunächst mittels zweier Hubwagen ca. 20 Meter in Richtung Weißer Turm verschoben und mit einem provisorischen Stromanschluss ausgestattet (der Verkaufsbetrieb sollte weitergehen). Das „fahrende Brezen-Häuschen“ fanden dabei sowohl Passanten als auch die OCHS-Mitarbeiter höchst amüsant. Insgesamt war das Ganze zunächst ein Unterfangen, welches in seinem Umfang allenfalls wie „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“ erschien. War der Aufwand für Erd- und Rohrlegearbeiten doch ähnlich groß wie für die Hausanschlüsse echter Wohnhäuser.

Doch richtig aufwändig wurden die Arbeiten erst durch die Rahmenbedingungen, welche sich aus der Lage in der historischen Innenstadt ergaben. So musste während der Erdarbeiten ein Archäologe zugegen sein, welcher bei augenscheinlichen Verdacht auf historische Funde die Maßnahme immer wieder stoppte, um diese freizulegen, zu fotografieren, zu zeichnen und zu dokumentieren.

Zudem Gasleck entdeckt

Des weiteren bestand eine Besonderheit im Aufbau der Oberflächen. Das in der Breiten Gasse verlegte Pflaster soll in erster Linie einem schönen Erscheinungsbild dienen. Dieses alleine lässt sich allerdings nicht mit schweren Fahrzeugen befahren. Eine Tatsache, die den erforderlichen Lieferverkehr und die Zufahrbarkeit schwerer Feuerwehrfahrzeuge unmöglich machen würde. Aus diesem Grunde befindet sich in weiten Teilen der Nürnberger Fußgängerzonen noch eine ca. 15 cm dicke Schicht aus wasserdurchlässigem Asphalt unter dem Pflaster, um diesen Belastungen standzuhalten.

Glück im Unglück war noch die eher zufällige Entdeckung eines Gaslecks. Im Bereich der Gräben für die zu verlegenden Wasser- und Kanalleitungen roch es zunehmend nach Gas. Allerdings befand sich in den offenen Gräben keine Gasleitung. Eine Beschädigung während der Arbeiten konnte also ausgeschlossen werden. Die Mitarbeiter haben daraufhin den Not-Dienst des Gasversorgers N-ERGIE verständigt. Diese sind dann auch sofort mit mehreren Einsatzfahrzeugen erschienen.

Deren Anfrage, ob die Firma OCHS Rohrleitungsbau mit Personal und Gerät zur Fehlersuche und -be­hebung Beihilfe leisten würde, wurde natürlich bejaht. So wurde in den nächsten eineinhalb Arbeitstagen Verdachtsfläche um Verdachtsfläche geöffnet und aufgegraben, bis der Schaden gefunden war. Letztlich war eine Rohrmuffe der Gasleitung defekt und undicht geworden. Die Spezialisten der N-ERGIE haben den Schaden behoben, so dass die Gruben im Anschluss wieder verfüllt werden konnten.

„Ein Auftrag, der prinzipiell dem Tagesgeschäft zugeordnet werden hätte können, wurde so zu einer interessanten und durchaus auch aufregenden Baustelle“, erklärt OCHS-Bauleiter Thilo Hawrylczak abschließend. Mit zwei weiteren Brezen-Buden wird nun ähnlich verfahren.