(Fürth, Lenggries). Gebirgige Höhen: Um die Leitungskapazitäten den stetig steigenden Besucherzahlen auf den Skihütten des Skigebiets Brauneck bei Lenggries anzupassen, wurden binnen drei Monaten neue, größere Schutzrohre für die Be- und Entwässerung sowie für Strom und Telekom verlegt. Dabei musste die Nürnberger OCHS Baugesellschaft mbH eine Felsgefällebohrung mit einer durchschnittlichen Neigung von 3% in 1.300 m Höhe vornehmen. Der Höhenunterschied lag bei 12 Metern.

Eine anfängliche Schwierigkeit waren die unklaren Bodenverhältnisse: Bauleiter Uwe Seeliger gab vor Bohrbeginn eine Bodenanalyse mittels Georadar in Auftrag, die kein genaues Bild ergab. Daraufhin wurde in Absprache mit der Gemeinde Lenggries eine seismische Untersuchung durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass unterhalb des Bohrplateaus eine 17 m starke Tonschicht vorlag und der Boden im Trassenbereich bis in 15 m Tiefe teilweise bindig war.

Der Fels war zum Teil sehr klüftig. Durch den klüftigen Boden drang Wasser ins Bohrloch, was zum Abbruch der ersten Pilotbohrung führte. Zusammen mit dem Auftraggeber und dem Planungsbüro wurde überlegt, das Bohrloch zu zementieren, um die Kluft für eine gesicherte neue Pilotbohrung zu verschließen. Die Verantwortlichen entschieden sich jedoch, zunächst die zweite geplante Pilotbohrung durchzuführen und zu beobachten, ob wieder Wasser eindringen würde. Wassereinbrüche sind deshalb so gefährlich, weil Sedimente ins Bohrloch gespült werden, die das Bohrloch komplett zusetzen können.

Der Wasserzufluss war jedoch gering und zu vernachlässigen. Nun wurde beschlossen, die erste Pilotbohrung aufzugeben und eine nicht geplante dritte zu erstellen. Auch in diese drang so gut wie kein Wasser mehr ein.

„Massive Niederschläge behinderten die Baumaßnahme so stark, dass teilweise die Arbeiten für mehrere Tage unterbrochen werden mussten“, berichtet Uwe Seeliger. Die heftigen Niederschläge verursachten zudem, dass der Hang ober- und unterhalb des Bohrplateaus teilweise wegrutschte und dabei den Steuercontainer beschädigte. Der talwärts rutschende Boden drohte das komplette Equipment mitzureißen.

Deshalb mussten die Anlagen so umgestellt werden, dass ihr Schwerpunkt der Talseite abgewandt war. Aufgrund der Wetterbedingungen konnte dafür jedoch kein Baukran angefahren werden. Zum Umsetzen wurde ein 25-t-Kettenbagger verwendet, der die Misch- und Recyclinganlage über Spunddielen zog. Immerhin stabilisierte sich die Wetterlage schnell wieder. Um die verlorene Zeit aufzuholen und den Beginn der Skisaison nicht zu gefährden, wurde jetzt rund um die Uhr auch nachts gearbeitet. p>Nach den Pilotbohrungen standen die Räumbohrungen an. Die beiden parallel verlaufenden Bohrungen wurden über die Länge von je 395 m nacheinander mit dem 10″ (250 mm) und 14″ (350 mm) Hole Opener aufgeweitet. Danach konnten die PE-Rohre innerhalb von neun Stunden je Bohrung mit nur 4 t Zugkraft eingezogen werden. Seeliger zeigte sich abschließend stolz und zufrieden: „So eine Baustelle haben wir nicht alle Tage. Die Aufgabe war eine echte Herausforderung und hat uns Ende Oktober letzten Jahres manche schlaflose Nacht bereitet. Wir sind aber stolz und froh, den Fertigstellungstermin trotz der widrigen Wetterbedingungen eingehalten zu haben. Ein besonderer Dank der Belegschaft für ihre Einsatzbereitschaft.“