(Nürnberg/Fürth). Die traditionsreiche Nürnberger OCHS Bohrgesellschaft mbH wagte sich in ganz große Tiefen: Bei der Fürther Erlebnistherme „Fürthermare“ mussten Ende November 2014 rohschwarze Stahlrohre ausgetauscht werden. Seit zehn Jahren stieg in diesen 25 Grad heißes Thermalwasser artesisch zuverlässig in die Höhe – doch dieses Wasser hatte die Leitungen angegriffen.

Die Rohrleitungen waren vom Brunnenwasser chemisch so angegriffen, dass dies die Thermen-Wasserqualität beeinträchtigte. Die Rohre mussten ersetzt werden, und das auf eine Weise, die den Betrieb des Bades nicht beeinträchtigte. Dabei stellte sich heraus – und das war die Herausforderung -, dass die Rohre aus der Tiefe von 300 bis 461 Meter nicht mehr zutage geholt werden konnten. Sie wurden von innen mit Zement abgedichtet. Nötig wurde somit eine alternative, abgelenkte Bohrung ab 300 Metern Tiefe.

Diese wurde mit dem Schrägbohr-System einer Spezialfirma geleistet. Nur drei Tage wurden für die aufwändige Arbeit benötigt, doch die hatten es in sich: Enorme 461 Meter tief reichte die Brunnenbohrung in den Erdboden. Mit dem Spezialsystem konnten das Gestänge und die Lage des Bohrmeißels per Computer so impulsgesteuert werden, dass der Zielpunkt des Meißels (erneut in 461 Metern Tiefe) nunmehr 20 Meter versetzt neben dem früheren Endtäufer-Punkt lag.

Anschließend wurde dieser neue Bohrkanal erfolgreich mit GFK-Rohren ausgestaltet. Diese halten der chemischen Zusammensetzung des wertvollen Thermalwassers besser stand.