(Forchheim). Im Auftrag der Stadtwerke Forchheim führte die Firma Ochs Rohrleitungsbau GmbH in Arbeitsgemeinschaft mit Brochier Vortriebstechnik GmbH eine Kanalbaumaßnahme unterhalb der Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg durch.

Die zu erstellende Kanaltrasse wurde mit Stahlbetonrohren der Dimension DN1200, einem Außendurchmesser von 1.490mm und einer Gesamtlänge von 96 Metern gebaut. Der Rohrvortrieb wurde durch die Firma Brochier geleistet, die Erdarbeiten und der Einbau der zur Rohrleitung gehörigen Schachtbauwerke durch die Firma OCHS.

Zunächst musste mit Spezialverbaugeräten eine Startgrube für die Vortriebseinheit hergestellt werden. Aufgrund ihrer großen Tiefe von etwa 7 Metern stellte der vorherrschende Erddruck und wasserführende Schichten eine größere Herausforderung an Statik und Entwässerung dar.

Der Vortrieb erfolgte bis zur Zielgrube in einem Zug unter den Gleisanlagen hindurch. Im Zeitraum der unmittelbaren Unterquerung der Gleise wurde von der Deutschen Bahn eine sogenannte „Langsam-Fahrstrecke“ eingerichtet. Auf dieser Bahnstrecke, wo die Züge bis zu 160 km/h schnell fahren, wurde so die maximale Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Da für diese Reduzierung täglich erhebliche Kosten an die Deutsche Bahn zu entrichten waren und der Zeitraum mit entsprechendem Vorlauf festzulegen war, musste der Vortrieb verbindlich bis zum entsprechenden Termin sowohl vor den Gleisen angekommen sein als auch innerhalb des gesetzten Zeitraum die Gleisanlage wieder verlassen haben.

Die gesamte Rohrstrecke wurde mit drei Großschächten versehen. Je einer in Startgrube (DN2000), Zielgrube (DN2500, jenseits der Gleise) und Zwischengrube (DN 2000, unmittelbar vor der Gleisanlage).

Da der Rohrvortrieb durchgängig hergestellt wurde, musste für den Einbau des Zwischenschachts das Stahlbetonrohr mittels Seilsägen im entsprechenden Maß des Schachtes herausgetrennt werden. Dieser war mit einbetonierten Rohrstutzen versehen, so dass der Zusammenschluss von Schacht und Rohrleitung über Manschetten erfolgen konnte.

Das Unterteil des Zwischenschachts wog ca. 17 Tonnen und hatte zusätzlich zur Hauptleitung DN 1.200 noch diverse Anschlüsse, u.a in den Dimensionen DN400 und DN500. Da es sich um ein Betonfertigteil handelte, war eine vorherige genaue Planung von Winkeln und Höhen der Zuläufe am Schachtunterteil von großer Wichtigkeit.

Sowohl der Rohrvortrieb, als auch der Grubenverbau und die Schachteinbauten konnten termingerecht, ohne Komplikationen und zur Zufriedenheit der Bauherrschaft ausgeführt werden, so dass die Anlage noch vor den Weihnachtsfeiertagen in Betrieb gehen konnte.